Neue TV-Serien – Teil 1 – Revolution

Neue TV Serien, die ich fuer sehenswert halte, kurz vorgestellt und bewertet.

 

Teil 1 – Revolution:

Revolution Trailer

(kleine Spoiler):

Der Hauptplot spielt 15 Jahre nachdem die Welt jeglicher Moeglichkeit beraubt wurde, Strom zu nutzen. Bereits in der ersten Folge wird klar, dass der Vater der Protagonistin Charlie mehr bezueglich des weltweiten Stromausfalls zu wissen scheint, evtl auch beteiligt war. Kurz vor dem Stromausfall laedt er Daten auf einen USB-Stick, der von nun an eine Art Grals-Rolle in der Serie uebernimmt, da es mit ihm moeglich ist, Strom in einem kleinen Umkreis von wenigen Metern zu erzeugen und nutzbar zu machen.

Die Archstory der ersten Staffel dreht sich um Charlie, die mit Hilfe ihres Onkels, dem Bruder des Besitzers des USB-Stick, ihren Bruder aus den Haenden der Miliz zu befreien. Die Miliz ist eine Art Armee, des nach dem Blackout gegruendeten neuen “Monroe”-Staates, benannt nach Sebastian Monroe, des besten Freundes von Miles Matheson, dem Onkel Charlies.

Die ganze Serie hat einen Touch von Sezessionskriegsromantik: Die Uniformen der Miliz, die Vorderladerwaffen, die Zelt-Feldlager. Das ganze gepaart mit einer Prise I am Legend: Von der Natur zurueck eroberte Urbanitaet, Vergnuegungsparks und Spielplaetze von Ranken ueberwuchert, eingestuerzte Bruecken, Autos, die als Pflanzenbeet benutzt werden. Hinzukommt der “Lost”-Faktor: Flashbacks der Protagonisten, das Mysterium um den USB-Stick, bei jedem Cliffhanger wird eine neue Frage gestelt, ein neues Geheimnis gelueftet.

Kritik:

Probleme hatte/habe ich mit einigen Logikluecken, wie zB der Tatsache, dass sie es zwar schafften, eine komplette Armee mit denen der Nordstaaten aehnelnden Uniformen auszustatten, aber keinerlei dampfbetriebene Industrie in Gang zu setzen. Bis Folge 5 sah es sogar so aus, als haetten sie Dampf komplett vergessen. Aber nach 15! Jahren schafften sie es wohl dann doch mal, eine Dampflok in Betrieb zu nehmen. Ueberhaupt erwarte ich noch eine verdammt gute Erklaerung fuer das komplette Verschwinden aller Elektrizitaet und va deren Unterdrueckung, das einer Art weltweiten Antielektrizitaetsfeld gleicht. Andere elektrochemische Prozesse wie das menschliche Gehirn, oder elektromagnetische Absorbtion bei der Photosynthese etc scheinen ja wunderbar zu funktionieren, wieso dann keine Batterie, die aehnlich elektrochemisch funktioniert.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der amerikanische Nationalismus, der hier wieder mal gefeiert wird. Das gleiche Problem habe ich auch mit anderen, wie zB. The Walking Dead. Auch laesst sich ueber die Glorifizierung vom Survival of the Fittest (was hier gleichbedeutend ist mit dem Besitz der besten Waffe und des ruecksichtslosestem Verhalten) streiten. Die Rebellen wollen die Vereinigten Staaten von Amerika wieder aus der Asche erheben, als Zeichen der Zugehoerigkeit taetowieren sie sich den Sternenbanner auf den Reucken oder verstecken eine Stoffversion in einer geheimen Schublade vor den Monroe-Milizen. Ich haette mir einen progressiveren und va weltoffeneren Unterton gewuenscht, als ein “die Welt besteht nur aus den USA-Schauplatz”.

Doch abgesehen davon, mag ich die Serie. Ich mag die Aesthetik, die sehr realistisch umgesetzt wurde. Es ist nicht zu erkennen, dass die Welt im Computer entstand (was sie sein muss, denn solche Kulissen zu bauen, haette das Budget sicherlich ueberstiegen). Die Story ist spannend erzaehlt, und der LOST-Faktor stellt sich sehr schnell ein. Immer wieder tauchen neue Fragen auf und die Flashbacks geben den zuerst stereotypen Charakteren Tiefe und va Beweggruende (ob nun zweifelhaft oder nicht) fuer ihr Handeln. Die Autoren scheuen sich auch nicht, Charaktere, die man zunaechst fuer wichtig erachtet, sterben zu lassen; das ist konsequent und erhoeht die Spannung ungemein.

Wir wissen alle, wie hart der Serienmarkt umkaempft ist und daher sollte man sich nie zu sehr mit einer Serie anfreunden, denn sie koennte morgen schon wieder abgesetzt sein. Aber die Zuschauerzahlen sehen vielverprechend aus und meiner Meinung hat diese Serie wirklich Potenzial, da es ein innovativer Meshup ist, der durchaus den Zeitgeist trifft. Und der Patriotismusquatsch ist zumindest fuer eines gut: Die Amis stehen drauf und auf die kommt es an, was die Zuschauerzahlen angeht ;)

 

 

 

 

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