Der Boehse Onkelz Faktor und der Umgang mit den Kritikern (auch in der Piratenpartei)

Nachdem gerade mal wieder die Onkelz in den Medien zur Sprache kamen, unter anderem weil Beate Zschaepe Liedstellen in ihren Briefchen an einen Nazikumpel im Gefängnis zitierte, ( Beate Zschäpe gibt Einblicke auf 26 Seiten – sueddeutsche ) wurde darüber unter anderem auf Facebook bei EXIT Deutschland diskutiert. Da kam es dann wieder hoch, eine Sache, die mich schon seit Monaten wurmt und mir nicht mehr aus dem Sinn geht: Die aus meiner Sicht äußerst unsouveräne Reaktion auf eine einfache Frage und ein Statement eines MdL in Saarland meiner Partei:

Die Möglichkeit der Diskussion wurde durch ein blitzschnelles “ignore” nach dieser letzten Nachricht unterbunden. Selbst nachdem ich mich relativierend zu den Onkelz inmeinem Blog äußerte, weil mir diese Sache keine Ruhe ließ: http://blog.nagumo.de/?p=158 kam keine Reaktion. Ich schrieb* auch die Geschäftsleitung der Saarpiraten an, doch außer ein paar Smilies und man gebe es weiter, folgte keine wirkliche Reaktion, vor allem nicht von Jasmin Maurer. So was ist nicht nur undemokratisch und zeugt von mangelnder Größe, sondern einfach auch unverschämt. Am meisten kotzt mich an, dass ich Jasmin Maurer immer als Politikerin unterstützte und letztlich so in den Arsch getreten wurde.
Von einer Abgeordneten, einer demokratischen Partei, erwarte ich mehr, als ein beleidigtes: “Mimimi, mach mir meine Onkelz nicht schlecht, die sind keine Nazis mehr und ich mach auch ganz viel gegen rechts” Das ist kindisch und unreif. Aber am schlimmsten wiegt aber der Vorwurf, man könne mit “solchen Leuten” wie mir nicht diskutieren. Es wurde ja nicht mal versucht… und wer ist überhaupt “Leute mit solcher Einstellung”?
Ich musste das nun endlich mal loswerden, auch wenn ich es ursprünglich für mich behalten wollte. Aber ich bin einfach immer noch nachhaltig irritiert und auch enttäuscht, dass keinerlei Reaktion kam.
Als Abschluss noch ein kleiner rant von Olli Schulz in Bezug auf Onkelz-Kritik und die meist folgende Reaktion von Fanboys und -girls:
Olli schulz ueber Onkelz-Kritik bei Roche & Böhmermann 16.09.12 ab Minute 1:51

*Meine mail an die Piraten Saar:

Ich hatte nichtmal die Chance zu argumentieren, bzw sie hat mir keine Argumente geboten, hat mich mit Beleidigungen abgespeist und dann ignored. Auch das waere ja alles OK, wenn ich sie nicht, so wie ich es schrieb, auch in ihrer Funktion als Abgeordnete eines Landtages und Parteifreundin dazu gerne weiter befragt haette. Zumal eine solche Antwort/Reaktion keiner demokratisch gewaehlten Abgeordneten einer demokratischen Partei wuerdig ist
Ich schreibe eine Diplomarbeit zur Analyse nationalsozialistischer Pädagogik in den Erziehungswissenschaften, und bin bezueglich des Themas Nationalismus und voelkischer Ideologie sehr sensibilisiert und wenn ich lesen muss, dass eine Abgeodnete, der Partei, in die ich aus vollster Ueberzeugung eingetreten bin, die sich auch noch auf bildung spezialisiert und sich dann positiv ueber eine Band auessert, die in allen Fachkreisen rechter Analyse als mehr als umstsritten gilt und dann nicht mal darueber diskutieren will, finde ich das fragwuerdig. Wie gesagt, nur in Bezug auf ihre politische Person, nicht in Bezug auf die private Jasmin. Mir ist natuerlich auch klar und davon bin ich ueberzeugt, dass Jasmin in keinster Weise rechtes oder voelkisches Gedankengut fuer hinnehmbar haelt, aber es geht auch darum, dass man auch im Graubereich klar stellung bezieht. Ob die Band nun BO, Frei.Wild oder Stoerkraft heisst. Ich lasse mich gerne Ueberzeugen, ich habe selbst schon oft meine Meinung aendern koennen, wenn gut argumentiert wurde und mir Beweise vorgelegt wurde. Ich bin schliesslich Geisteswissenschaftler und keine orthodoxe Nonne. Und mit mir kann man sehr gut diskutieren, auch wenn Jasmin meint, ohne je ein Wort mit mir gesprochen zu haben, dass man dies nicht koenne.

Was will ich nun genau. Nichts weiter, als eine Stellungnahme. Ich hatte zuerst vor einen oeffentlichen Brief ueber die offiziellen Kanaele zu veroeffentlichen, da es hier eben aus meiner Sicht und als Erziehungswissenschaftler um durchaus mehr geht, als um eine Meinungverschiedenheit und eine Beleidigung unter Privatpersonen geht. Aber da es zZ genug Aerger gibt, auf dem “Piraten” draufsteht, liess ich das erstmal und waehlte diesen Weg.

Ich hoffe, ihr nehmt das zumindest ein wenig ernst und legt mich nicht gleich unter der Kateogorie Spinner/Troll ab. Denn auch wenn es auf den ersten blick zwar den Anscheind macht, es waere trolling, ist mir das ganze wirklich Ernst, auch wenn ich zugeben muss, dass ich durch meine Recherche und meine eigene Vergangenheit und Erfahrung mit BO, Endstufe und Stoerkraft hier sensibler reagiere, als andere. Aber manchmal ist so eine sensible Antenne ja nicht unbedingt etwas schlechtes….

Trotzdem liebe Gruesse an die Piraten des Saarlandes, vor denen ich auch weiterhin den groessten Respekt habe, seitdem ich vor einem Jahr beim Saarwahlkampf und der -wahl mitfieberte.

Jan

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Eine Antwort auf Der Boehse Onkelz Faktor und der Umgang mit den Kritikern (auch in der Piratenpartei)

  1. Usako sagt:

    Das schockiert mich jetzt, ich meine ich kannte sie nicht wirklich und bin ihr auch nicht gefolgt auf Twitter, aber immerhin sitzt sie für die Piraten in einem Parlament. Und dann so eine unreflektierte und verblendete Denk- und Argumentationsweise… nicht gut.

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